Petra Pflanz

Beraterin für Arbeitszeugnisse

Das einfache Arbeitszeugnis

Das einfache Zeugnis

Das einfache Zeugnis stellt die Grundform eines jeden Zeugnisses dar, denn es muss gemäß § 109 GewO (Gewerbeordnung) ausgestellt werden. Wird ein einfaches Zeugnis auf Verlangen vom Mitarbeiter mit einer Leistungs- und Verhaltensbeurteilung ergänzt (§ 109 GewO Abs. 1), wird es automatisch zu einem qualifizierten Zeugnis.

Ein einfaches Zeugnis gibt Auskunft über die Person sowie Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses, und enthält eine möglichst genaue und vollständige Beschreibung der Arbeitsaufgaben und ausgeführten Tätigkeiten. Eine bloße Nennung der Berufs- oder der Anstellungsbezeichnung genügt eben so wenig wie eine lapidare Aufzählung von Aufgaben. Eine Leistungs- und Verhaltensbeurteilung erfolgt nicht.

Für ein kurzes Probearbeitszeitverhältnis, dass in der Regel als Einarbeitungszeit angesehen wird, kann dieser Teil kürzer ausfallen, als für einen längeren Beschäftigungszeitraum oder eine qualifiziertere Position. Hier kann man ab ca. 12 Monaten ansetzen, wobei trotzdem jeder Einzelfall zu prüfen ist.

Das Vollständigkeitsgebot gibt vor, dass in der Aufgabenbeschreibung die ausgeführten Tätigkeiten und Aufgaben mit ihren typischen Merkmalen so genau dargelegt werden müssen, dass sich Leser ein zweifelsfreies und klares Bild über die Kenntnisse, die innerbetriebliche und fachliche Entwicklung (Leistungsfähigkeit) und die Verantwortung des/r Beurteilten machen können. Haben sich im Laufe des Arbeitsverhältnisses Aufgaben verändert, sind diese nachvollziehbar zu formulieren, wobei Unwesentliches nicht erwähnt wird. Die Ausführlichkeit ist abhängig von der Qualifikation, der Position und der Dauer der zu dokumentierenden Zeit.

Das einfache Zeugnis endet üblicherweise mit einer Beendigungsformel.

Fazit: Ein einfaches Zeugnis ist frei von jeder Bewertung und enthält damit keine subjektiven Bestandteile. Es kann u. U. brauchbarer sein, als ein qualifiziertes Zeugnis, weil in ihm nur objektive Informationen vorhanden sind. Das sollte insbesondere bei einer Arbeitgeberkündigung (während der Probezeit) bedacht werden.